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BERICHT VON STANDORT38, DEM ENTSCHEIDERMAGAZIN FÜR DIE REGION 38

27.02.2017 08:42

Die Trinity-Electric-Vehicles GmbH in Meinersen vertreibt E-Roller in Europa.

Noch vor knapp fünf Jahren bastelte Reinhold Richert mit seinem Bruder in der Garage an Motorrad-Prototypen mit Elektroantrieb. Heute vertreibt er europaweit E-Roller und beschäftigt vier Mitarbeiter. Für 2017 hat sich das junge Unternehmen Trinity-Electric-Vehicles ehrgeizige Ziele gesteckt: Am Firmenstandort in Meinersen, der Heimat von Firmengründer Richert, soll eine neue Halle mit 500 m² gebaut werden.

„Uns fehlen Kundenparkplätze, außerdem hatten wir immer wieder Schwierigkeiten mit rangierenden Lkw und Gabelstaplern. Die neue Halle wird komplett auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten und das Grundstück gibt es her, dass wir die Halle später auf 1.000 m² erweitern können“, erzählt er. Dabei hat er sich bewusst für den dörflichen Standort entschieden, um die Grundkosten für die Gebäude niedrig zu halten. Sein Plan für 2017:  Die Stückzahlen der verkauften E-Roller in den vierstelligen Bereich und das Unternehmen in die Gewinnzone zu bringen. „Im ersten Jahr haben wir 60 Roller verkauft, hauptsächlich über unsere Webseite sowie Internetportale wie eBay und Amazon an Endkunden. 2016 waren es fast 500, die meisten im Direktvertrieb.

Dadurch hielten sich Kosten und Erlöse die Waage, meine eigene Anfangsinvestition von knapp 300.000 € ist noch nicht getilgt.“ In diesem Jahr soll das Händlernetz ausgebaut werden, erläutert der gelernte Industriekaufmann: „Durch ein Förderprogramm der Stadt München, das Elektromobile für Gewerbetreibende bezuschusst, konnten wir Pizza-Lieferdienste als Kunden gewinnen. Gerade dafür sind E-Roller eine günstige, wartungsarme und umweltfreundliche Alternative zu Verbrennungsmotoren.“ Pfiffige Vertriebsidee: „Wir bieten an, unsere Roller kostenlos für eine Woche zu testen: So kann sich der Kunde eine Meinung über die Nutzung im laufenden Betrieb bilden. Mit engerem Händlernetz verkürzen wir Anlieferwege und können diesen Testbetrieb intensivieren.“

Doch die Testphasen kosten Zeit und Geld. Trotzdem ist Reinhold Richert überzeugt, dass es der richtige Weg ist, um seine E-Roller auf dem Markt zu etablieren: „Vom Fahrkomfort können sich die Kunden überzeugen, wenn sie die Straße auf und ab fahren. Wichtiger ist, dass sie die Vorteile im Alltag erleben und merken, ob die Reichweite des gewählten Akkus für sie passt. Roller sind Kurzstreckenfahrzeuge für die Stadt und im unteren Geschwindigkeitsbereich unterwegs. Unsere kleinen bis mittleren Akkugrößen sind dafür ausreichend. Trotzdem gibt es Kunden, die unseren großen 60 V/50 Ah-Akku mit Mindestreichweite von 107 Kilometern brauchen, im Vorfeld jedoch aus Kostengründen zu einem kleinen, günstigeren Akku tendieren.“ In diesem Fall gäbe es Frust statt Fahrspaß.

Theoretisch kann natürlich auch später auf einen anderen Akku gewechselt werden, doch eine ausgiebige Testwoche verhindert Enttäuschungen. Die günstigsten 25 km/h Modelle kosten keine 3.000 €, das Spitzenmodell mit 100 km/h 6.000 € Die Kundenzufriedenheit steht bei  Trinity an erster Stelle. Nach eigenen Konstruktionsversuchen sondierte der Gründer zusammen mit einem befreundeten Elektroingenieur und dessen Kollegen – einem Shanghai-Chinesen – den Herstellermarkt nach elektrischen Zweirädern: „In China sind E-Roller alltäglich. So kamen wir auf die Idee, bewährte Technik zu importieren“, berichtet Richert.

Nach sorgfältiger Auswahl der Kriterien, Vorort-Besuchen in chinesischen Werken und Tests blieb ein Hersteller, der die passende Qualität liefern konnte und flexibel genug war, auf die Anforderungen für den Deutschen Markt einzugehen: „Auch wenn wir ein chinesisches Produkt importieren, trägt es unseren Firmennamen und soll unsere Ansprüche erfüllen. Wir geben zwei Jahre Garantie auf den Roller und den Akku, vier Jahre auf den Rahmen. Die Roller sollen fahren, nicht in der Werkstatt stehen.“ Der Markenname ist abgeleitet aus dem ursprünglichen Gründungstrio, mittlerweile führt Reinhold Richert die Firma allein. Jetzt steht Trinity für den hohen Wirkungsgrad, niedrige Betriebskosten und die Umweltfreundlichkeit der Roller.

Text von Gesa Lormis

https://www.standort38.de


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