Wie lange lädt der Elektroroller-Akku?

Elektroroller, E-Roller, Kaufen

Akku des Romex Elektrorollers

Der Akku ist die teuerste Komponente eines Elektrorollers. Dementsprechend sorgfältig sollte man mit ihm umgehen und ihn pflegen. Wir werden zum Start der Wintersaison einen Artikel schreiben, wo wir Tipps und Hinweise für Fahrten und die Lagerung deines Rollers und des Akkus geben.

Für das Fauren und die Pflege des Akkus im Winter hat unsere Konkurrenz einen sehr guten Artikel verfasst. Zum Start der Sommersaison aber, wollen wir auf einige Fragen zum “normalen” Gebrauch des Elektrorollers im Alltag eingehen. Im Besonderen auf die Frage wie lange der Ladevorgang eines Akkus dauert.

Soll der Akku im Elektroroller geladen werden, oder soll er herausgenommen werden?

Im Grunde spielt es keine Rolle. Die Ladelogik befindet sich im Ladegerät und der Ladevorgang läuft sowohl im als auch außerhalb des Rollers exakt gleich ab. Bei dem Neptun bis 2018 mit zwei Akkus, wird natürlich nur der Akku geladen, der im Roller angeschlossen ist. Bei dem neuen Modell sind immer beide Akkus angeschlossen und eine Batterieregelung entlädt die beiden Akkus beim Fahren gleichzeitig. Das Laden der Akku im Roller erfolgt somit ebenfalls parallel.

Muss der Akku immer komplett “leergefahren” werden?

“Der Akku muss komplett entladen werden sonst verringert sich wegen des “Memory-Effekts” die Reichweite deines Rollers.”

Das ist Blödsinn! Bei den Metallhydrid-Akkus gab es einen Memory-Effekt. Wenn ich da die Akkus mehrfach von halbvoll auf voll geladen habe, dann haben sie sich diese Ladungsmenge “gemerkt” und haben dann schon bei halbvoll angezeigt, dass sie leer sind. Aber die Metallhydrid Akkus werden seit den 90ern nicht mehr verwendet. Die Lithium-Ionen Akkus haben sich durchgesetzt und sind jetzt in allen elektronischen Geräten – angefangen von Taschenlampen über Handys und Computern bis Elektrofahrzeugen – zu finden. In allen Elektrorollern von Trinity verwenden wir Lithium-Ionen Akkus.

Diese Akkus haben keinen Memory-Effekt. Aber das Märchen, dass der Akku immer vollständig entladen werden muss hält sich hartnäckig. Und dieses Märchen ist nicht nur  falsch sondern auch gefährlich. Wenn ich ein Lithium Akku vollständig entlade, schädige ich den Akku nachhaltig.

Bei der Fahrt mit dem Elektroroller besteht aber kein Grund zur Sorge. Der Batteriemanager in den Akkus schaltet den Akku rechtzeitig vor kompletter Entladung ab und verhindert die Schädigung des Akkus. Wie übrigens bei allen Geräten mit einem Lithium Akku, schalten sie sich rechtzeitig aus. Gefährlich wird es dann, wenn ich dieses ausgeschaltete Gerät über mehrere Monate liegen lasse und nicht lade. Dann kann über die sogenannte “Selbstentladung” des Akkus eine langfristige Schädigung eintreten.

Elektroroller hier kaufen und Tacho anschauen.

Tacho des Elektrorollers

Wie lange dauert der Ladevorgang unter Normalbedingungen?

Bei den elektronischen Tachos wird oben links die Reichweite in Kilometern angezeigt. Damit können wir witzigerweise die Ladedauer des Akkus in Kilometer pro Stunde (km/h) angeben. Machen wir aber nicht.

Standardmäßig geben wir die Ladedauer unserer Standardakkus (60V/28Ah bzw. 72V/28Ah) mit 8h an. Damit laden wir mit dem Standardladegerät den Akku von leer auf voll auf. Wenn ich den Akku nach Feierabend an das Ladegerät anschließe und morgens losfahre, spielt die Ladedauer sowieso keine große Rolle. Interessant wird die Frage, wie viel Kilometer ich pro Stunde in meinen Roller reinbekomme, wenn ich den Akku zwischendurch nachladen muss.

 

Also starteten wir hier einen Test: Laden unter Normalbedingungen

Wir haben einen 1,7 kWh Akku genommen (60V/28Ah) und den mit einem Schnellladegerät geladen. Nach zweieinhalb Stunden war der leere Akku auf 80% Er hat relativ kontinuierlich 4 kilometer pro Viertelstunde geladen. Das bleibt bis ca. 85% so und dann geht die Ladegeschwindigkeit auf ca. 2 Kilometer pro Viertelstunde runter. Das Laden der letzten 2% von 98 auf 100% dauert ziemlich genau eine Stunde.

Wenn ich also zwischendurch laden will dann kann ich in 2:30 h den Akku von 0 auf 80% laden. Wenn der Elektroroller nicht komplett auf 0 km steht, sondern ca. 20% (10 km Reichweite) hat dann dauert das Laden nur 1:45 h.

Lass Dich also nicht von den langen Ladedauer in unseren Spezifikationen der Roller erschrecken. In der Alltagspraxis sind die Werte viel annehmbarer.

In diesem Sinne: Viel spaß mit deinem Elektroroller!

Comments (8)

  1. Norbert Trebing

    Hallo Trinity-Team,

    ein sehr guter, hilfreicher Artikel.

    Eine Frage habe ich noch dazu. Angenommen ich bin mit 40% Accu unterwegs und nähere mich dann der 20% Marke und fahre weiter. Wird die Leistung dann vom System her vermindert, dass die Reichweite erhöht wird, oder wie kann ich mir das vorstellen, wie das Fahrverhalten ist, bevor der Accu dicht macht.

    Was erscheinen in diesem Beispiel im Tacho ( Neptun ) für Hinweise. Hätte ich gerne gewusst, was da passiert, wenn ich mal in die Situation komme.

    • Hallo Norbert,

      Beim Entladen läuft der Vorgang umgekehrt wie beim Laden. Grob gesagt: Am Anfang kann dem Akku viel Leistung entnommen werden, aber je weniger der Akku geladen ist, desto weniger Leistung kann er abgeben.

      Von 40 bis 20% wird nichts gravierendes passieren. Die Endgeschwindigkeit wird etwas runtergehen, aber wie gesagt nichts gravierendes. Das ändert sich bei weniger als 20% Akkuladung. Da merkt man schon den Leistungsabfall beim Beschleunigen und die Endgeschwindigkeit geht merklich runter. Das alles wird nicht elektronisch geregelt, sondern einfach die Physik des Akkus.

      An der Reichweite ändert sich deshalb erstmal nichts. In der Anzeige wird es auch nicht berücksichtigt.

  2. Norbert Trebing

    Hallo Robert,

    ich habe noch eine Frage. Im Handbuch ( Neptun ) steht, dass vor dem Anschluss des Ladegerätes an das Stromnetz, die “Zündung” ausgeschaltet sein muss. Wenn ich jetzt während des Ladevorganges sehen möchte, wie der Ladevorgang fortgeschritten ist, darf ich dann die Zündung einschalen um das zu checken ?

    Nicht, dass ich dadurch denn Accu schädige oder sonst was darunter leidet.

    • Das hat mehr mit dem Ladegerät und der Sicherheit vor einem Lichtbogen und Stromschlag für Dich zu tun als mit der Schonung des Akkus. Du solltest vermeiden den Stecker des Ladegeräts bei eingeschalteter Zündung zu stecken oder zu ziehen.

      Während des Ladens kannst Du problemlos die Zündung an- und ausschalten. Das hat keine Auswirkung auf den Akku.

  3. Planloser

    Akkupflege ist immer so eine Sache, da ich ebenfalls im Winter fahre überlege ich immer ob ich den Akku nun über den Tag ins Büro stelle oder nicht. Wird der Akku schneller abgenutzt wenn er kalt ist?
    Das er weniger Leistung durch höheren Widerstand bringt ist mir bewusst.
    Wie lange braucht so ein Akku überhaupt bis er auskühlt? (Ist ja doch relativ massiv) bzw. wie lange sollte man warten wenn man z.B. bei -5 Grad Außentemperatur in der Wohnung stellt bis man ihn wieder laden kann.
    Wie sieht es bei Regen aus – sollte man ihn lieber ins trockene stellen oder kann er drin bleiben was ggf. besser ist da er ansonsten Wassertropfen in die Kontakte bekommt?
    Wie gefährlich ist für die Batterie eine Bergauffahrt – hatte an einer Steigung zuletzt den Fall das der Roller mit etwa 50% Restladung stehenblieb und ich aufstehen musste (zu viel eingekauft) kann da was am Motor / Akku passieren wenn man z.B. mit “Vollgas” gerade einmal auf 15km/h über 60 Sekunden kommt oder gar trotz Vollgas stehen bleibt?

    Ja ich weiß, solche Gedanken sollte man sich vorher machen aber die Sachen kamen mir jedoch erst im Alltag in den Sinn. 😉

    • Sorry, habe den Kommentar erst übersehen. Hier sind die Antworten:

      Wenn Du die Möglichkeit hast den Akku im Winter warm zu stellen, solltest Du es machen. Gerade, wenn der Akku leer ist, kann ihn Frost dauerhaft schädigen. Wenn er halbvoll ist, ist Frost nicht gefährlich – nützlich aber auch nicht 😉

      Laden sollte man die Akkus unter 0°C nicht. Die Experten streiten sich noch ob, und wie schädlich das ist, ich würde davon einfach abraten.

      Bei Regen dagegen brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Die Stecker zum Akku sind Spritzwassergeschützt. Die anderen Komponenten sind so verbaut, dass sie auch bei Regenfahrt, wo viel Sprühwasser entsteht, vor Spritzwasser geschützt sind. Da sind es eher Schrauben, die korrodieren könnten oder das Leder der Sitze, das leiden kann.

      Die Belastung durch den Motor ist für die Batterie nicht gefährlich. Der Motor ist nicht direkt mit der Batterie verbunden. Der Controller der dazwischen hängt, regelt das so, dass die Ströme aus der Batterie das festgelegte Maß nicht überschreiten. Die Auslegung von Motor und Controller sind so, dass auch eine Dauerbelastung über einen Zeitraum von 30 min (!) keinen Schaden verursacht. Sowohl Motor als auch Controller haben einen Temperatursensor, wenn die Belastung zu hoch wird, reduziert der Controller die Leistung, bzw. steigt aus um Schäden zu vermeiden.

      Danke für die Fragen, die sind sicherlich auch für andere Leser interessant. Viel spaß mit Deinem Elektroroller.

  4. johannes.zacheja

    Hallo Zusammen 🙂 Ich bin neu hier und bekomme in 2-3 Wochen einen Jupiter 11.0 mit Standard-Akku-Austattung also 5,8 kWh. Ist es eigentlich prinzipiell möglich als eine Art elektrischen “Reservekanister” einen mobilen Li-Akku (72V; 1,7 kWh vom z.b. Neptun) parallel dazuzuschalten? Platz wäre dafür ja im Jupiter vorhanden denke ich mir.

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