16. Februar 2018 Robert

Würdest Du Deinen Elektroroller teilen?

Der Prototyp einer App eröffnet Möglichkeiten für die Vermietung des eigenen E-Rollers an andere Privatpersonen. Dabei entsteht der Vertrag direkt zwischen dem Vermieter und Mieter, ohne eine dritte Partei, die den Service ermöglicht.

Das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) und der Entwickler von Shared-Mobility-Lösungen Invers haben in einem Projekt eine auf der Kryptowährung Ether basiertes Identifizierungs- und Bezahlsystem vorgestellt, mit dem Mikromiete zwischen Privatpersonen ermöglicht wird.

Das Interessante dabei ist folgendes: Bisher muss eine dritte Partei als Betreiber des Services auftreten. Wir haben hier bei Trinity kurz darüber nachgedacht so eine dritte Partei zu werden. Wir programmieren also die App und stellen sie den Nutzern zur Verfügung. Sowohl Mieter als auch Vermieter müssen sich bei uns registrieren und ihre Kontodaten hinterlegen. Der Mieter baut ein Stück Hardware in seinen E-Roller, so dass wir (und damit auch er) wissen wo sein Gefährt steht und wie sein Akkustand ist. Unser Service besteht dann darin, den Mieter mit dem Vermieter zusammen zu bringen und nach erfolgreichem Abschluss die Miete zu überweisen. Und dafür behalten wir einen Teil der Miete ein. Coole Idee. Nachdem wir die Chancen und Risiken des Konzepts überschlagen haben, gaben wir sie auf.

Das Vorgestellte Konzept kommt ohne den Mittelsmann aus. Der Knackpunkt bei dem ganzen ist die Sicherheit. Sicherheit bei der Identifikation, so dass niemand mit einer falschen Identität Zugang zu den Elektrorollern bekommt um sie zu stehlen. Und Sicherheit bei den Bezahlmechanismen. Die Entwickler des Prototyps können sich auch die Abwicklung der Versicherungsverträge über diese App vorstellen. Und auch wir können uns noch jede Menge cooler Sachen vorstellen, mit dem was dann geht.

Aber bevor die Vorstellung mit uns durchgeht, sollten wir vielleicht denjenigen fragen um den es hier geht.

Dich!

Du als (zukünftiger) Besitzer eines Elektrorollers. Würdest Du Dein Fahrzeug Geld verdienen lassen, in den Zeiträumen, wo Du es nicht brauchst? Oder sagst Du: “Meinen Roller fahre ich, und sonst niemand!” Und wenn du grundsätzlich bereit bist deinen E-Roller für eine Spritztour zu vermieten: Was sind die Randbedingungen unter denen Du es dann auch wirklich tun würdest?

Hau doch mal in die Tasten. Schreib uns in den Kommentaren, was Du von der Idee hältst? Ich bin gespannt auf Deine Meinung.


Quelle: bizzenergytoday.de

Comments (4)

  1. Trebing Norbert

    Ja, ich wäre bereit meinen Roller, der hoffentlich bald ausgeliefert wird, zu teilen. Sprich in einer Sharing Plattform zur Verfügung zu stellen. Finde die Idee gut. Mir würde es passen da einen festen Nutzerkreis zu finden. An jeden zu vermieten, ohne den Mieter zu kennen, tu ich mich im Moment noch schwer.

    Grüße von Norbert

  2. Marius

    Absolut nein. Ich bin auch in Augsburg bei den Stadtwerken im Carsharing dabei. Wenn ich sehe, was es für bescheuerte Menschen gibt, da wird mir schlecht. Die denken oft, was nicht mein ist, da muss ich nicht aufpassen…

    • Norbert Trebing

      Hallo Marius,

      deswegen meine Einschränkung auf einen festen Nutzerkreis, wo man davon ausgehen kann, dass diese eben nicht die von dir geschilderte Einstellung haben.

  3. Christian Pietsch

    „Kommt darauf an!”. Da ich zwei Elektroroller besitzte, könnte ich mir vorstellen Einen zu verleihen. Nur würde ich das nicht über eine Blockchain App handhaben, die zudem noch zur Verrechnung eine virtuelle Währung nutzt.

    Ein Problem, was ich hätte, hat Marius schon angesprochen. Ein weiters ist, das Elektromobilität zwar einfach ist, aber in Deutschland noch nicht etabliert. Somit muß ich, alleine um den Werterhalt meiner Roller zu gewährleisten, jede/n Faher/In erst einmal einweisen (sie sind meißt Autofahrer und haben wenig bis keine Zweiraderfahrung). Um den Akku nicht zu sehr zu strapazieren und Unfälle zu vermeiden würde ich das mit einem Gespräch vor dem Verleih Thematisieren (z. B. wie man vorausschauend mit einem Elektroroller in der Stadt fährt). Wenn man im Straßenverkehr nicht gehört wird, sollte man durch auffällige Kleidung wenigstens gut gesehen werden. Der Mensch ist nunmal ein Gewohnheitstier, wenn er gewohnt ist mit einem (Verbrenner-)Fahrzeug gehört zu werden, legt er es mit einem Elektrofahrzeug nicht einfach ab und das sollte man vor der Vermietung vermitteln (und die schwierigsten Gefahrenpunkte in der Umgebung aufzählen).

    Das Übelste aber – und das geht bei der ganzen privaten Vermittlung hier unter – wie sieht es mit der Versorgung von passenden Helmen und ggf. Schutzkleidung aus (mal von nicht ganz unkomplizierten Versicherungssituationen abgesehen)? Dieses Probem läßt sich mit einer Blockchain Lösung auch nicht einfach lösen.

    Zudem hat Blockchain noch keine Kriese überstanden, ich muß meine Kosten für die Roller (Wartung, Werkstatt, Ersatzteile, etc.) in Euro bezahlen und hätte mit einer virtuellen Währung zusätzliche Währungsrisiken, die nicht einfach abzusehen sind. Verbietet einer von ca. 200 Staaten plötzlich den Handel mit dieser virtuellen Lösung, könnte es zu extremen Kurssprüngen kommen – siehe Bitcoin.

    Daher bin ich für Lösungen, die (örtlichen) ÖPNV mit Verleihprogrammen für PKW/Fahrad/Erhebung von Parkplatzgebühren und von mir aus auch Elektrorollerverleih verknüpft. Dann hat man wenigstens örtliche kompetente Ansprechpartner für alle Aspekte. Sie haben schon Billingprogramme mit Banken in Angebot (die auf Euro laufen) und schaffen sichere Arbeitsplätze vor Ort. So werden örtlich, kompetente Serviceangebote geschaffen und so könnte sichergestellt werden, das eine professionelle Hilfestellung auch Nachts oder am Wochenende zur Verfügung steht (das kann ein einfacher privatvermittelter Dienst auch nicht aus dem Stehgreiff schaffen). Idealerweise wird soetwas dann in einer einzigen Personentransport-App untergebracht oder mit einem Zugang mit einer RFID-Karte (Fahr- oder Zahlkarte) bewerkstelligt, hinter der genormte Schnittstellen stehen, die möglichst durchdacht und zukunftsfähig sind (und so ggf. durch offene APIs von freien Entwicklern erweitert werden um z. B. diese mit anderen Angeboten aus anderen Regionen zu verbinden und so den Nutzen zu erweitern).

    Denn sehen wir es doch mal realistisch: Nur weill wir eventuell keine Handelsplattformen mehr mit Blockchain benötigen, benötigen wir doch Anbieter von Blockchain Apps. Und wenn die sich nur um die Programme kümmern, haben wir nur eine leere Hülle und stehen im Fehler- oder Streitfall recht Dumm da (möglicherweise mit einem kapitalen Schaden und haufenweise Problemen, für die kein Beteiligter die Kosten/Risiken tragen möchte).

    Genau daran wird Uber&Co. scheitern: Eine App schreiben und nur abkassieren ist die Maxime vom Kapitalismus. Eine Plattform schaffen, die einen fairen Ausgleich für Fahranbieter und Kunden bietet und dabei die Regeln der lokalen Märkte berücksichtigt (Arbeitsschutz, Mindestlohn etc.) ist was ganz Anderes und Bedarf viel mehr Aufwand.

    Bisher empfinde ich das getöse der Blockchainentwicker nur als Weiterentwicklung dieser amerikanischen/gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Nur weil die Idee hinter Blockchain „neuer“ ist, müssen die daraus entwickelten (Programm-)Produkte nicht besser, günstiger oder gesellschaftsfähig sein.

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